Hygiene im Büro: Kontaktflächen, Sanitär und Teeküche richtig reinigen lassen
Hygiene im Büro: Kontaktflächen, Sanitär und Teeküche richtig reinigen lassen
Es beginnt meist mit einer Kollegin oder einem Kollegen, die oder der „nur ein bisschen verschnupft“ ist. Eine Woche später fehlt das halbe Team. Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison entscheidet die Büro-Hygiene mit darüber, wie voll eure Krankmeldungsliste wird. Dabei geht es weniger um Desinfektionsmittel im Großeinkauf als um die richtigen Stellen und klare Zuständigkeiten. In diesem Artikel bekommst du eine Hotspot-Karte fürs Büro, eine Aufteilung, was dein Reinigungsservice fürs Büro übernimmt und was bei Arbeitgeber und Team bleibt, und eine ehrliche Antwort auf die Frage, wann Desinfektion wirklich sinnvoll ist.
Warum Bürohygiene mehr ist als ein sauberer Boden
Die meisten Keime im Büro kommen nicht durch die Tür, sondern mit uns: über Hände, Husten und Niesen. Sie landen dort, wo viele Menschen hinfassen. Ein frisch gewischter Boden hilft dabei wenig, eine Türklinke, die seit Tagen niemand gereinigt hat, dafür umso mehr.
Rechtlich ist die Lage klar: Laut Arbeitsstättenverordnung (§ 4 Abs. 2 ArbStättV) muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass Arbeitsstätten den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt werden. Für Toilettenräume konkretisiert die Technische Regel ASR A4.1 (Punkt 5.1 Abs. 3) das: Sie sind je nach Nutzungshäufigkeit zu reinigen und bei Bedarf zu desinfizieren, bei täglicher Nutzung mindestens täglich. Wie du das organisierst, ist deine Sache. Und genau da wird es spannend.
Die Hotspot-Karte: Wo sich Keime im Büro sammeln
Geh einmal gedanklich durch euer Büro, vom Eingang bis zur Teeküche. An diesen Stellen lohnt sich der zweite Blick:
Eingang und Flure
- Türklinken und Türgriffe, besonders an Eingangs-, WC- und Küchentüren
- Lichtschalter in Fluren, WCs und Besprechungsräumen
- Aufzugknöpfe und Treppengeländer
- Empfangstresen, Klingel, Kugelschreiber für Besucher:innen
Arbeitsplätze und Besprechungsräume
- Tastaturen und Mäuse, vor allem bei Desk-Sharing
- Telefone und Headsets
- Drucker- und Kopierer-Displays
- Fernbedienungen, Konferenztelefone und Whiteboard-Marker im Besprechungsraum
- Schreibtischkanten und Stuhllehnen
Teeküche und Pausenraum
- Kaffeemaschine: Tasten, Hebel, Wassertank-Griff
- Kühlschrank- und Mikrowellengriffe
- Wasserhahn, Spülmittelflasche und Spüllappen
- Wasserkocher, Geschirrspüler-Knopf und Besteckschublade
- Tische und Stuhllehnen im Pausenbereich
Toiletten und Waschräume
- Spülknöpfe, Toilettensitze und Armaturen
- Seifenspender und Handtuchspender
- Türschlösser und Innenklinken der Kabinen
Die Teeküche verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Der Spüllappen, der seit Montag im Becken liegt, ist ehrlich gesagt das fleißigste Teammitglied: Er verteilt jeden Tag zuverlässig, was er gestern aufgenommen hat.
Wer ist wofür zuständig? Die klare Aufteilung
Der häufigste Hygienefehler im Büro ist nicht das falsche Reinigungsmittel, sondern eine Lücke in der Zuständigkeit. Die Reinigungsfirma denkt, das Team wischt die Tastaturen. Das Team denkt, die Reinigungsfirma macht das.
So teilt sich die Verantwortung in den meisten Büros sinnvoll auf:
| Bereich | Reinigungsfirma | Arbeitgeber bzw. Office Management | Team |
|---|---|---|---|
| Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe | regelmäßig reinigen, in der Grippesaison häufiger | Turnus im Leistungsverzeichnis festlegen | – |
| Toiletten und Waschräume | täglich an Nutzungstagen reinigen, Material auffüllen | Verbrauchsmaterial sicherstellen, Turnus prüfen | Mängel melden |
| Teeküche: Flächen, Spüle, Geräte außen | regelmäßig reinigen | Spüllappen und Geschirrtücher regelmäßig tauschen lassen | Geschirr wegräumen, Kühlschrank-Regeln einhalten |
| Kaffeemaschine | außen abwischen | Entkalkung und Wartung organisieren | Tropfschale leeren, Milchsystem nach Plan spülen |
| Schreibtische | freie Flächen abwischen | Clean-Desk-Regel einführen | Tisch abends freiräumen |
| Tastaturen, Mäuse, Headsets | nur als vereinbarte Sonderleistung | Reinigungstücher bereitstellen oder Gerätereinigung beauftragen | eigene Geräte und Desk-Sharing-Plätze abwischen |
| Seifen- und Desinfektionsspender | auffüllen | Spender an sinnvollen Stellen anbringen | – |
Wichtig: Elektronik gehört bei vielen Reinigungsfirmen nicht zum Standard. Wer Bildschirme und Tastaturen professionell reinigen lassen möchte, sollte das ausdrücklich vereinbaren. Mehr dazu findest du bei der Bildschirm- und Tastaturreinigung.
Schreib die Aufteilung einmal auf und häng sie in die Teeküche. Das kostet zehn Minuten und spart dir viele „Ich dachte, das macht ihr“-Gespräche.
Reinigen oder desinfizieren? Wann was sinnvoll ist
Kurz gesagt: Für die meisten Flächen im Büro reicht eine gründliche Reinigung mit normalen Reinigungsmitteln. Desinfektion ist eine gezielte Ergänzung, kein Dauerzustand.
Normale Reinigung reicht für:
- Böden, Schreibtische und Regale
- Fensterbänke, Türen und Wände
- Tische im Pausenraum und Besprechungsräume
Desinfektion kann sinnvoll sein bei:
- Toiletten, Spülknöpfen und Armaturen, wie es die ASR A4.1 bei Bedarf vorsieht
- häufig berührten Kontaktflächen während einer Erkältungs- oder Grippewelle im Team
- Desk-Sharing-Plätzen, wenn viele Personen dieselbe Tastatur nutzen
- nach einem Magen-Darm-Fall im Büro
Mehr Desinfektion ist nicht automatisch mehr Hygiene. Desinfektionsmittel können Oberflächen und Haut belasten und gehören sicher gelagert. Wenn Desinfektion, dann gezielt, mit passenden Produkten und am besten durch die Reinigungsfirma, die weiß, welches Mittel auf welche Oberfläche darf.
Die effektivsten Hygienemaßnahmen für Büros in der Grippesaison
Wenn du nur wenige Maßnahmen umsetzen kannst, dann diese. Sie bringen erfahrungsgemäß am meisten:
- Händewaschen leicht machen. Seife und Papierhandtücher dürfen nie leer sein. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, die Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife zu waschen. Ein kleiner Aushang am Waschbecken erinnert daran, ohne zu belehren.
- Kontaktflächen häufiger reinigen lassen. Vereinbare mit deiner Reinigungsfirma für die Monate Oktober bis März einen höheren Turnus für Türklinken, Lichtschalter und Aufzugknöpfe.
- Regelmäßig lüften. Stoßlüften mehrmals am Tag senkt die Konzentration von Erregern in der Raumluft. Bei Besprechungsräumen am besten nach jedem Termin.
- Reinigungstücher an Desk-Sharing-Plätzen bereitstellen. Wer sich an einen geteilten Platz setzt, wischt Tastatur, Maus und Headset kurz ab.
- Spüllappen und Geschirrtücher regelmäßig tauschen. Am besten täglich, gewaschen bei mindestens 60 Grad.
- Krank zu Hause bleiben ausdrücklich erlauben. Die beste Hygienemaßnahme ist die Person, die mit Fieber gar nicht erst ins Büro kommt. Das ist eine Frage der Kultur, nicht des Reinigungsplans.
- Hand-Desinfektion an Schlüsselstellen. Ein Spender am Eingang und in der Teeküche reicht meist, nicht an jedem Schreibtisch.
Praxisbeispiel: 30 Personen, Desk-Sharing, Präsenz Dienstag bis Donnerstag
So könnte der Hygiene-Plan für ein typisches Berliner Büro in der Grippesaison aussehen:
| Maßnahme | Wer | Wann |
|---|---|---|
| WCs reinigen und bei Bedarf desinfizieren, Material auffüllen | Reinigungsfirma | jeden Präsenztag |
| Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe reinigen | Reinigungsfirma | jeden Präsenztag statt 2× pro Woche |
| Kaffeemaschine außen, Kühlschrank- und Mikrowellengriffe | Reinigungsfirma | jeden Präsenztag |
| Spüllappen und Geschirrtücher tauschen | Reinigungsfirma oder Office Management | täglich |
| Desk-Sharing-Platz abwischen | Team | beim Hinsetzen |
| Bildschirme und Tastaturen gründlich reinigen | Sonderleistung | monatlich |
| Hygiene-Update im Team-Meeting | Office Management oder HR | Anfang Oktober |
An den ruhigen Tagen Montag und Freitag reicht eine Sichtkontrolle mit Auffüllen. So konzentriert sich das Budget auf die Tage, an denen sich Keime tatsächlich verbreiten.
Bürohygiene als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung
Wenn ihr bereits Gesundheitsangebote wie Massagen, Obst, Bewegungsprogramme oder Workshops habt, gehört Hygiene direkt daneben. Sie ist die unspektakulärste, aber vielleicht wirksamste Maßnahme gegen Krankheitstage. Du kannst sie gut in eure betriebliche Gesundheitsförderung einbinden: als Herbst-Aktion mit neuen Spendern, einem kurzen Hygiene-Update im Team-Meeting und einem angepassten Reinigungsplan.
Ein praktischer Nebeneffekt: Gegenüber Geschäftsführung oder dem CFO lassen sich Hygienemaßnahmen gut begründen. Sie sind günstig, schnell umgesetzt und zahlen auf dasselbe Ziel ein wie eure übrigen Gesundheitsangebote: weniger Ausfälle, mehr Wohlbefinden.
Checkliste: Bürohygiene vor der Grippesaison
- Hotspot-Rundgang gemacht: Eingang, Flure, Arbeitsplätze, Teeküche, WCs
- Zuständigkeiten zwischen Reinigungsfirma, Office Management und Team schriftlich festgehalten
- Turnus für Kontaktflächen mit der Reinigungsfirma für Oktober bis März erhöht
- Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsspender an den richtigen Stellen
- Reinigungstücher an Desk-Sharing-Plätzen
- Spüllappen-Wechsel geregelt
- Entkalkung und Wartung der Kaffeemaschine geplant
- Bildschirm- und Tastaturreinigung als Sonderleistung geklärt
- Lüftungsroutine für Besprechungsräume abgesprochen
- Team informiert, gerne mit einem Hinweis, dass Kranke zu Hause bleiben sollen
Fazit: Die richtigen Stellen, die richtigen Leute
Gute Bürohygiene ist kein Großprojekt. Sie entsteht, wenn klar ist, wo sich Keime sammeln und wer sich um welche Stelle kümmert. Normale Reinigung erledigt den Großteil, gezielte Desinfektion den Rest, und ein Team, das bei Fieber zu Hause bleibt, macht den Unterschied. Du willst wissen, ob dein Reinigungsplan für die Grippesaison gerüstet ist? Officeguru schaut gern mit dir hin: Buche jetzt deinen kostenlosen Büroreinigungs-Check in Berlin. Gemeinsam gehen wir deine Räume durch und du bekommst einen Plan, der Kontaktflächen, Sanitär und Teeküche zuverlässig abdeckt.
