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Büro-Hygiene: Kontaktflächen & Teeküche | Officeguru

Geschrieben von Anna Kuehn | 26.10.2026, 15:14:03

Es beginnt meist mit einer Kollegin oder einem Kollegen, die oder der „nur ein bisschen verschnupft“ ist. Eine Woche später fehlt das halbe Team. Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison entscheidet die Büro-Hygiene mit darüber, wie voll eure Krankmeldungsliste wird. Dabei geht es weniger um Desinfektionsmittel im Großeinkauf als um die richtigen Stellen und klare Zuständigkeiten. In diesem Artikel bekommst du eine Hotspot-Karte fürs Büro, eine Aufteilung, was dein Reinigungsservice fürs Büro übernimmt und was bei Arbeitgeber und Team bleibt, und eine ehrliche Antwort auf die Frage, wann Desinfektion wirklich sinnvoll ist.

Warum Bürohygiene mehr ist als ein sauberer Boden

Die meisten Keime im Büro kommen nicht durch die Tür, sondern mit uns: über Hände, Husten und Niesen. Sie landen dort, wo viele Menschen hinfassen. Ein frisch gewischter Boden hilft dabei wenig, eine Türklinke, die seit Tagen niemand gereinigt hat, dafür umso mehr.

Rechtlich ist die Lage klar: Laut Arbeitsstättenverordnung (§ 4 Abs. 2 ArbStättV) muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass Arbeitsstätten den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt werden. Für Toiletten und Waschräume konkretisiert die Technische Regel ASR A4.1 das: bei täglicher Nutzung tägliche Reinigung, bei Bedarf Desinfektion. Wie du das organisierst, ist deine Sache. Und genau da wird es spannend.

Die Hotspot-Karte: Wo sich Keime im Büro sammeln

Geh einmal gedanklich durch euer Büro, vom Eingang bis zur Teeküche. An diesen Stellen lohnt sich der zweite Blick:

Eingang und Flure

  • Türklinken und Türgriffe, besonders an Eingangs-, WC- und Küchentüren
  • Lichtschalter in Fluren, WCs und Besprechungsräumen
  • Aufzugknöpfe und Treppengeländer
  • Empfangstresen, Klingel, Kugelschreiber für Besucher:innen

Arbeitsplätze und Besprechungsräume

  • Tastaturen und Mäuse, vor allem bei Desk-Sharing
  • Telefone und Headsets
  • Drucker- und Kopierer-Displays
  • Fernbedienungen, Konferenztelefone und Whiteboard-Marker im Besprechungsraum
  • Schreibtischkanten und Stuhllehnen

Teeküche und Pausenraum

  • Kaffeemaschine: Tasten, Hebel, Wassertank-Griff
  • Kühlschrank- und Mikrowellengriffe
  • Wasserhahn, Spülmittelflasche und Spüllappen
  • Wasserkocher, Geschirrspüler-Knopf und Besteckschublade
  • Tische und Stuhllehnen im Pausenbereich

Toiletten und Waschräume

  • Spülknöpfe, Toilettensitze und Armaturen
  • Seifenspender und Handtuchspender
  • Türschlösser und Innenklinken der Kabinen

Die Teeküche verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Der Spüllappen, der seit Montag im Becken liegt, ist ehrlich gesagt das fleißigste Teammitglied: Er verteilt jeden Tag zuverlässig, was er gestern aufgenommen hat.

Wer ist wofür zuständig? Die klare Aufteilung

Der häufigste Hygienefehler im Büro ist nicht das falsche Reinigungsmittel, sondern eine Lücke in der Zuständigkeit. Die Reinigungsfirma denkt, das Team wischt die Tastaturen. Das Team denkt, die Reinigungsfirma macht das.

So teilt sich die Verantwortung in den meisten Büros sinnvoll auf:

Bereich Reinigungsfirma Arbeitgeber bzw. Office Management Team
Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe regelmäßig reinigen, in der Grippesaison häufiger Turnus im Leistungsverzeichnis festlegen –
Toiletten und Waschräume täglich an Nutzungstagen reinigen, Material auffüllen Verbrauchsmaterial sicherstellen, Turnus prüfen Mängel melden
Teeküche: Flächen, Spüle, Geräte außen regelmäßig reinigen Spüllappen und Geschirrtücher regelmäßig tauschen lassen Geschirr wegräumen, Kühlschrank-Regeln einhalten
Kaffeemaschine außen abwischen Entkalkung und Wartung organisieren Tropfschale leeren, Milchsystem nach Plan spülen
Schreibtische freie Flächen abwischen Clean-Desk-Regel einführen Tisch abends freiräumen
Tastaturen, Mäuse, Headsets nur als vereinbarte Sonderleistung Reinigungstücher bereitstellen oder Gerätereinigung beauftragen eigene Geräte und Desk-Sharing-Plätze abwischen
Seifen- und Desinfektionsspender auffüllen Spender an sinnvollen Stellen anbringen –

 

Wichtig: Elektronik gehört bei vielen Reinigungsfirmen nicht zum Standard. Wer Bildschirme und Tastaturen professionell reinigen lassen möchte, sollte das ausdrücklich vereinbaren. Mehr dazu findest du bei der [Bildschirm- und Tastaturreinigung]([URL Unterseite Geräte- und IT-Reinigung]).

Schreib die Aufteilung einmal auf und häng sie in die Teeküche. Das kostet zehn Minuten und spart dir viele „Ich dachte, das macht ihr“-Gespräche.

Reinigen oder desinfizieren? Wann was sinnvoll ist

Kurz gesagt: Für die meisten Flächen im Büro reicht eine gründliche Reinigung mit normalen Reinigungsmitteln. Desinfektion ist eine gezielte Ergänzung, kein Dauerzustand.

Normale Reinigung reicht für:

  • Böden, Schreibtische und Regale
  • Fensterbänke, Türen und Wände
  • Tische im Pausenraum und Besprechungsräume

Desinfektion kann sinnvoll sein bei:

  • Toiletten, Spülknöpfen und Armaturen, wie es die ASR A4.1 bei Bedarf vorsieht
  • häufig berührten Kontaktflächen während einer Erkältungs- oder Grippewelle im Team
  • Desk-Sharing-Plätzen, wenn viele Personen dieselbe Tastatur nutzen
  • nach einem Magen-Darm-Fall im Büro

Mehr Desinfektion ist nicht automatisch mehr Hygiene. Desinfektionsmittel können Oberflächen und Haut belasten und gehören sicher gelagert. Wenn Desinfektion, dann gezielt, mit passenden Produkten und am besten durch die Reinigungsfirma, die weiß, welches Mittel auf welche Oberfläche darf.

Die effektivsten Hygienemaßnahmen für Büros in der Grippesaison

Wenn du nur wenige Maßnahmen umsetzen kannst, dann diese. Sie bringen erfahrungsgemäß am meisten:

  1. Händewaschen leicht machen. Seife und Papierhandtücher dürfen nie leer sein. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, die Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife zu waschen. Ein kleiner Aushang am Waschbecken erinnert daran, ohne zu belehren.
  2. Kontaktflächen häufiger reinigen lassen. Vereinbare mit deiner Reinigungsfirma für die Monate Oktober bis März einen höheren Turnus für Türklinken, Lichtschalter und Aufzugknöpfe.
  3. Regelmäßig lüften. Stoßlüften mehrmals am Tag senkt die Konzentration von Erregern in der Raumluft. Bei Besprechungsräumen am besten nach jedem Termin.
  4. Reinigungstücher an Desk-Sharing-Plätzen bereitstellen. Wer sich an einen geteilten Platz setzt, wischt Tastatur, Maus und Headset kurz ab.
  5. Spüllappen und Geschirrtücher regelmäßig tauschen. Am besten täglich, gewaschen bei mindestens 60 Grad.
  6. Krank zu Hause bleiben ausdrücklich erlauben. Die beste Hygienemaßnahme ist die Person, die mit Fieber gar nicht erst ins Büro kommt. Das ist eine Frage der Kultur, nicht des Reinigungsplans.
  7. Hand-Desinfektion an Schlüsselstellen. Ein Spender am Eingang und in der Teeküche reicht meist, nicht an jedem Schreibtisch.

Praxisbeispiel: 30 Personen, Desk-Sharing, Präsenz Dienstag bis Donnerstag

So könnte der Hygiene-Plan für ein typisches Berliner Büro in der Grippesaison aussehen:

Maßnahme Wer Wann
WCs reinigen und bei Bedarf desinfizieren, Material auffüllen Reinigungsfirma jeden Präsenztag
Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe reinigen Reinigungsfirma jeden Präsenztag statt 2× pro Woche
Kaffeemaschine außen, Kühlschrank- und Mikrowellengriffe Reinigungsfirma jeden Präsenztag
Spüllappen und Geschirrtücher tauschen Reinigungsfirma oder Office Management täglich
Desk-Sharing-Platz abwischen Team beim Hinsetzen
Bildschirme und Tastaturen gründlich reinigen Sonderleistung monatlich
Hygiene-Update im Team-Meeting Office Management oder HR Anfang Oktober

 

An den ruhigen Tagen Montag und Freitag reicht eine Sichtkontrolle mit Auffüllen. So konzentriert sich das Budget auf die Tage, an denen sich Keime tatsächlich verbreiten.

Bürohygiene als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung

Wenn ihr bereits Gesundheitsangebote wie Massagen, Obst, Bewegungsprogramme oder Workshops habt, gehört Hygiene direkt daneben. Sie ist die unspektakulärste, aber vielleicht wirksamste Maßnahme gegen Krankheitstage. Du kannst sie gut in eure [betriebliche Gesundheitsförderung]([URL BGF-Pillar-Artikel]) einbinden: als Herbst-Aktion mit neuen Spendern, einem kurzen Hygiene-Update im Team-Meeting und einem angepassten Reinigungsplan.

Ein praktischer Nebeneffekt: Gegenüber Geschäftsführung oder dem CFO lassen sich Hygienemaßnahmen gut begründen. Sie sind günstig, schnell umgesetzt und zahlen auf dasselbe Ziel ein wie eure übrigen Gesundheitsangebote: weniger Ausfälle, mehr Wohlbefinden.

Checkliste: Bürohygiene vor der Grippesaison

  • Hotspot-Rundgang gemacht: Eingang, Flure, Arbeitsplätze, Teeküche, WCs
  • Zuständigkeiten zwischen Reinigungsfirma, Office Management und Team schriftlich festgehalten
  • Turnus für Kontaktflächen mit der Reinigungsfirma für Oktober bis März erhöht
  • Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsspender an den richtigen Stellen
  • Reinigungstücher an Desk-Sharing-Plätzen
  • Spüllappen-Wechsel geregelt
  • Entkalkung und Wartung der Kaffeemaschine geplant
  • Bildschirm- und Tastaturreinigung als Sonderleistung geklärt
  • Lüftungsroutine für Besprechungsräume abgesprochen
  • Team informiert, gerne mit einem Hinweis, dass Kranke zu Hause bleiben sollen

Fazit: Die richtigen Stellen, die richtigen Leute

Gute Bürohygiene ist kein Großprojekt. Sie entsteht, wenn klar ist, wo sich Keime sammeln und wer sich um welche Stelle kümmert. Normale Reinigung erledigt den Großteil, gezielte Desinfektion den Rest, und ein Team, das bei Fieber zu Hause bleibt, macht den Unterschied. Du willst wissen, ob dein Reinigungsplan für die Grippesaison gerüstet ist? Officeguru schaut gern mit dir hin: Buche jetzt deinen kostenlosen Büroreinigungs-Check in Berlin. Gemeinsam gehen wir deine Räume durch und du bekommst einen Plan, der Kontaktflächen, Sanitär und Teeküche zuverlässig abdeckt.