Home-Office ist gekommen, um zu bleiben – daran gibt es keinen Zweifel. Unternehmen weltweit, ob groß oder klein, haben hybride Arbeitsmodelle längst verinnerlicht. Ein Vorreiter in Sachen „Remote First“ ist das IT-Unternehmen Zapier. Schon lange bevor es zum Trend wurde, arbeiteten dort alle über 350 Mitarbeitenden ohne festes physisches Büro. Der Vorteil: Bei Zapier ist die Telearbeit von Tag eins an fest in der DNA verankert. Das Unternehmen kennt es nicht anders und hat sogar den ultimativen Leitfaden für Remote Work veröffentlicht (👈 absolut lesenswert, wenn du dich von den Besten inspirieren lassen willst).
Kürzlich sprachen wir mit einer großen Bank über ihre größten Herausforderungen. Das Hauptproblem: Neue Teammitglieder haben oft das Gefühl, ihr neuer Arbeitsplatz sei eine Geisterstadt. Das macht es fast unmöglich, diesen einladenden und intuitiven Teamgeist zu erschaffen, der so wichtig ist, damit neue Kollegen sich so schnell wie möglich wie Fische im Wasser fühlen.
Man kann es sich bildlich vorstellen: Ein neuer Mitarbeiter kommt an seinem ersten Tag in ein halbleeres Großraumbüro. Weit und breit kein Team, dem man sich zugehörig fühlen könnte. „Hallo, ist hier jemand?“ Für New Joiner ist es extrem schwer, sich willkommen zu fühlen, wenn die Kollegen physisch nicht greifbar sind. Es besteht die Gefahr, dass man nie richtig „ankommt“, weil das persönliche Kennenlernen Monate dauern kann.
Der Leitfaden von Zapier macht deutlich: Führung aus der Ferne erfordert spezifisches Wissen, neue Fähigkeiten und vollen Einsatz. Wenn wir physisch zusammenarbeiten, fällt es oft leichter, die berufliche und soziale Gemeinschaft zu pflegen. Auch für Führungskräfte ist es einfacher, ein gemeinsames Verständnis für Kernaufgaben und Unternehmenswerte sicherzustellen.
Experten raten daher „traditionellen Unternehmen“ dazu, klare Rahmenbedingungen zu schaffen: Wer darf wann von wo arbeiten? Welche Aufgaben lassen sich isoliert zu Hause erledigen und welche brauchen das Team-Umfeld? Am Ende läuft alles auf eine gute, ehrliche Erwartungshaltung hinaus.
In unserer Zusammenarbeit mit über 300 Unternehmen haben wir gesehen, dass einige den Code geknackt haben. Sie haben das Büro zu einem Ort gemacht, an den die Menschen gerne kommen. Diese Unternehmen arbeiten aktiv daran, dass das Büro einen echten Zweck erfüllt. Damit das gelingt, müssen jedoch die Basics stimmen:
Klare Verantwortlichkeiten: Das Büro braucht einen „Besitzer“ – sei es ein Office Manager oder ein Workplace-Team. Ob Mittagessen, Snacks oder Reinigung: Die Koordination der Partner und Termine sollte in einer Hand liegen.
Budgets an Zufriedenheit koppeln: Nehmen Sie Ihre gesamten Betriebskosten und teilen Sie diese durch die Anzahl der Mitarbeitenden. Setzen Sie diese Zahl ins Verhältnis zur Mitarbeiterzufriedenheit (dem „Office-Puls“). Das Ergebnis ist Ihr „Dollar pro Glücksgriff“.
HR und Geschäftsleitung sollten das Büro wie einen Mitarbeitenden bewerten. Das Büro sollte der Kollege sein, der alle anderen besser macht. Es muss eine Leistung erbringen, die den Ambitionen des Unternehmens entspricht. In den besten Firmen gibt es daher ein jährliches „Mitarbeitergespräch“ für das Büro, in dem Ziele und Visionen bewertet werden.
Ein exzellentes Büro ist Teil einer bewussten Strategie, um Top-Ergebnisse zu erzielen. Es ist weit mehr als nur Mobiliar – es ist ein Tool, um Talente langfristig zu binden. In der Praxis bedeutet das: Das Büro bietet Mehrwerte, die das Home-Office nicht hat. Ob gesundes Take-away-Dinner, Yoga-Sessions, produktive Workshop-Räume oder professionelles Equipment für den eigenen Podcast – erfolgreiche Unternehmen betrachten das „Büro-Erlebnis“ als Ganzes und nicht nur als Kostenstelle in der Bilanz.